5×5 Fakten über die Big Five
Ihre schiere Größe, besondere Körpermerkmale, ihre Gefährlichkeit, Schnelligkeit und Scheu machen die großen Wildtiere Afrikas zu begehrten Trophäen. Mit Gewehren jagte man sie vor allem im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erst als Büffel, Elefant, Nashorn, Löwe und Leopard fast schon ausgerottet waren, errichtete man Nationalparks und setzte legaler und illegaler Jagd Grenzen. Heute werden die großen Fünf mit Feldstechern, Kameras und Fotoapparaten verfolgt – eine Pirsch zu den „Big Five“ gehört zu den Höhepunkten einer Afrikareise. Wir sprachen mit Ranger Hendrik Fehsenfeld über seine schönsten Safari-Momente und geben jeweils fünf Wissenshappen über die Safari-Stars preis.
Elefant
Die komischste Begegnung, die Ranger Hendrik Fehsenfeld je mit einem Dickhäuter hatte, zeigt, wie sehr Menschen und Tiere sich in ihrem Verhalten ähneln können. „Teenager-Elefanten sind voller Übermut, wenn sie ihre Welt erforschen. Schnaubend kam einer auf den Landrover zu, die Ohren weit gespreizt.“ Gewöhnlich sei die Mutter nicht weit und zudem unberechenbar, aber diese kümmerte sich gerade ums Blätterzupfen. “So konnte der kleine Elefantenbulle weiter auf den Safari-Jeep zujagen, mit einem armlangen Stock bewaffnet. Er setzte zu einem rekordverdächtigen Wurf an, aber der Ast segelte in Zeitlupe senkrecht in die Luft und landete mit einem lauten Knacks auf seiner Stirn und zerbrach.“ Der tapsige Charakter von Jungtieren sei immer wieder ein erheiternder Moment auf Safari. Dieser kleine Bulle setzte übrigens noch einen drauf und stolperte nach diesem Schreck mit dem Blick über die Schultern zur Mutter zurück und übersah dabei einen kleinen Termitenhügel, der ihn augenblicklich niederstreckte, „auf den Vorderbein kniend mit dem Hintern in der Luft“, lacht der Ranger. Doch nun zu den weniger menschlichen Eigenschaften und tierischen Fakten. weiter
Löwe
Hendrik Fehsenfeld arbeitet seit vielen Jahren als Ranger in den NationalparksSüdafrikas. Im Interview über seine aufregendsten Begegnungen mit den Big Five nennt der Ranger sofort den König der Tiere. Dabei ist der Löwe nicht einmal die größte Katze, geschweige denn das größte oder stärkste Tier. Von einer Regentschaft kann man bei den meist einzelgängerischen Männchen wohl auch nicht sprechen. Seine prächtige Mähne verleiht ihm jedoch den Kragen eines Royals und die Brutalität, mit der Löwenrudel über ein Beutetier herfallen, flößt Respekt ein. In Afrikas Savannen kennen diese Großkatzen tatsächlich kaum einen Gegner, sie sind schließlich die größten Landraubtiere des Kontinents. weiter
Leopard
Anmut, Kraft und Stärke strahlt der Löwe wie kein anderes Tier aus. Doch wenn es um katzenhafte Eleganz, Geschmeidigkeit und Grazie geht, ist ihm sein kleiner Vetter, der Leopard, überlegen. „Wenn der Löwe der König der Tiere ist, muss der Leopard ein Prinz sein”, urteilt Ranger Hendrik Fehsenfeld über die Großkatzen. „Einmal beobachteten wir einen scheinbar schlafenden Leoparden etwa 15 Meter von unserem Jeep entfernt“, schildert er seine erstaunlichste Begegnung mit der Raubkatze „als er plötzlich blitzschnell in einer fließenden Bewegung auf das Auto zuschoss, kurz davor abtauchte, unter den Wagen durch schnellte und auf der anderen Seite angekommen einen völlig verdutzten Hasen packte.“ Wie sein großer Verwandter ist auch der Leopard nur auf kurzer Distanz rasend schnell, aber in diesem Fall hat ihm vor allem die ausgeprägte Sehfähigkeit zum Frühstück. weiter
Nashorn
„Ahhhh, das Nashorn“ schnauft Ranger Fehsenfeld schwermütig, „der Dinosaurier mit der 2,5 Zentimeter dicken Haut. Knapp vor der Jahrhundertwende vom Aussterben bedroht, haben sich die Bestände in Südafrika mittlerweile etwas erholt.“ Dennoch gilt das Spitzmaulsnashorn mit einem Artbestand von 3600 Tieren zu den bedrohten Arten. Fehsenfeld hat großen Respekt vor den Dickhäutern, denn obwohl ihnen eine schlechte Sehfähigkeit nachgesagt wird, ist der Ranger fest davon überzeugt, „dass diese Meinung mit Vorsicht zu genießen ist.“ Seine Beobachtungen hat er oft mit Kollegen diskutiert und bestätigt gefunden, „denn wenn man ein Nashorn überrascht oder erschreckt und es sich entscheidet, anzugreifen, ist es erstaunlich, wie schnell und akkurat es auf einen losdonnert wie ein Lastwagen ohne Bremsen.“ Vorsicht also bei der Nashorn-Beobachtung. weiter
Büffel
Ranger Michael geht regelmäßig mit Touristen auf Bushwalk. Mit klopfendem Herzen nähert sich wieder eine Gruppe der Wiese, auf der eine Büffelherde den Vormittag dösend und grasend verbringt. Zehn Meter Luftlinie und ein lediglich zwei Meter hoher Wassergraben trennt Mensch von Tier. Michael flüstert leise „Ruhig verhalten!“ Wie angewurzelt bleibt die Gruppe stehen, während sich die ersten Bullen bereits demonstrativ erheben. „Die Bullen sitzen meist an den äußeren Flanken, um die Herde zu überblicken. Die Kälber sitzen in der Mitte“, beschreibt Michael das Sozialgefüge der gefährlichen Tiere. weiter
erschienen bei T-Online.de, 26/7/2010
Stichworte: afrika, big five, büffel, elefant, leopard, löwe, nashorn, Safari, Südafrika

