[...] Kaffee und Kuchen im Café genießen – man könnte glatt meinen, die Ungarn hätten sich auch dies von den Österreichern abgeguckt. Der berühmte Strudel beispielsweise ist doch ein typisch wienerischer Lukullus, oder? Weit gefehlt, klärt Herr Leidal im Budapester Strudelhaus seine Besucher auf. Das mit dem Kaffee trinken und Strudel backen lernten Ungarn wie Österreicher von den Osmanen, die im 16. Jahrhundert in die Donaumonarchie weit vordrangen und bei allen kämpferischen Auseinandersetzungen auch positive Eindrücke hinterließen.
Und so schaut man heute beeindruckt zu, wie flinke Hände einen Teig kneten, werfen und ziehen bis er hauchdünn über einen ein mal zwei Meter großen Tisch hängt. Gefüllt mit Früchten, Quark, Fleisch oder Kartoffeln lässt sich der Strudel in jedem Menü unterbringen und wird im Restaurant des Hauses in allerlei Varianten serviert. Auch wenn der Teig längst nicht so süß ist wie sein türkisches Vorbild die Baklava, so ist die Mehlspeise nach drei Gängen durchaus kein kleiner Snack mehr geblieben und verlangt nach einem Mokka – und einem Spaziergang. [...]
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Veröffentlichungen
erschienen in Hannoversche Allgemeine 25/04/2009 | Reisen.de 14/04/2009
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