[...] Wenn es sich dabei um einen Drei-Kilo-Hahn handeln sollte, wird er im zarten Alter von fünf Jahren das erste Mal all sein Gewicht in eine der bizarrsten Balzen des Tierreichs legen. Der Kakapo sitzt dabei in einer Erdkuhle und plustert – für Papageien einmalig – die Luftsäcke an seinen Brustseiten auf und presst dabei bassartige Töne in die Nacht, die laut Adams Beschreibung an ein riesiges klopfendes Herz erinnern. Diese schaurige Tonkulisse erschallt über mehrere Monate allnächtlich durch die Lüfte der neuseeländischen Inselwelt, woraufhin die Hennen auf die vermeintliche Geräuschquelle zumarschieren.
Allerdings scheint das Herzklopfen von überall herzuschallen, denn die tontechnisch gewieften Hähne hocken meist an einer Steilwand, von wo die „boom“-Wellen in alle Richtungen getragen werden. Dass dabei so manches Weibchen gar nicht erst am Nest ankommt, erklärt sich demnach logisch. [...]
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Veröffentlichungen
erschienen in T-Online Lifestyle/Wildtiere, 2/9/2009

