Azoren – Inselhüpfen zwischen Vulkanen

An Bord von Nobertos Schiffchen bricht schnell Jagdfieber aus, als nach zwei Stunden Mutter Wal und ihr vier Meter langer Sprössling im 45-Grad-Winkel Fontänen in die Luft sprühen. Jeder steht auf Position, möglichst stabil mit dem Finger am Auslöser. Nur etwa 100 Meter sind die beiden Meeressäuger entfernt. Wie U-Boote lugen ihre langen grauen Körper wenige Zentimeter über die Wasseroberfläche. Noch einmal Luft holen, dann verabschieden sie sich mit einem Winken: Schwanzflosse in die Höh‘. Jubel bei den ›Jägern‹: Dies ist das begehrte Fotomotiv.

Welle an Welle mit Moby Dicks Verwandten zu leben, hat die Insulaner immer schon besonders mit ihnen verbunden. Auch Rhitina war einmal mit Touristen auf Whale-Watching-Touren. Als ehemaliger Walfänger galt er als Experte. Bis Wissenschaftler ihn und seine Kollegen ersetzen. Er war 40, als die Azoren dem allgemeinen Walfangverbot zustimmten und stattdessen Walbeobachtungstouren etablierten.



erschienen in Dumont Meeresrauschen 11/2017